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Leipzig, den 29.01. 2007 Institut für
Marktforschung GmbH Internet: www.imleipzig.de Telefon: (0341) 9950-0 andreas.czaplicki@imleipzig.de
Gefühlte Nähe zwischen Ost- und
Westdeutschen Wie nah oder fern fühlen sich die Deutschen in Ost
und West? Dieser Frage ist das Institut für Marktforschung in Leipzig (IM
Leipzig) in einer bundesweiten, telefonischen Bevölkerungsumfrage
nachgegangen. Befragt wurden im Dezember 2006 insgesamt 500
Personen in den neuen Bundesländern und 502 in den alten Bundesländern. Die Untersuchung ist repräsentativ für die deutsche
Bevölkerung ab 18 Jahren. Die Ergebnisse zeigen, wie unterschiedlich nah bzw.
fern sich die Bevölkerung in Ost und West einander fühlt. In der westdeutschen Bevölkerung wird überwiegend
das Verbindende zwischen Ostund West gesehen. 44% sind der Ansicht, dass sich Ost- und Westdeutsche im siebzehnten Jahr
nach der Wiedervereinigung eher nah stehen. Nur jeder Vierte (25%) hat das Gefühl, Ost- und
Westdeutsche seien sich eher fern. Die übrigen 31%geben an, dass sich Ostdeutsche
weder besonders nah noch fern sind. Die Einschätzung, wonach das Ost-West-Verhältnis
eher durch Nähe und weniger durch Distanz geprägt ist, zeigt sich im Westen fast durchgängig. Allerdings ist der Grad, in dem die Nähe zum Osten
empfunden wird, durchaus unterschiedlich Vor allem in der Altersgruppe der 18 bis 29jährigen
wird das Verhältnis von Ost und West als besonders eng empfunden: „eher nah“ sagen hier 58%. Nur eine Minderheit
(21%) sieht eher das Trennende. In den anderen Altersgruppen wird die Nähe zwischen
Ost und West nicht so stark empfunden wie in der jüngeren Generation. Die Empfindung, dass sich die Deutschen eher nah
oder eher fern stehen, ist im Westen offenbar auch eine Frage des
Bildungshintergrunds. So sind Befragte mit höherem Bildungsabschluss
überwiegend der Ansicht, Ost und West seien sich nah (51%). Bei Befragten mit Hauptschul- oder
Realschulabschluss ist die gefühlte Nähe weitaus geringer. Etwas anders sehen die Ostdeutschen die Lage. Dass
sich Ost und West heute eher nah stehen, finden hier deutlich weniger (37%). Umgekehrt empfindet fast jeder Dritte (32%) das
Verhältnis von Ost- und Westdeutschen als eher fern und distanziert. Wäre nicht die in Kilometern gemessene Entfernung
in Deutschland ausschlaggebend, sondern die gefühlte Nähe, dann würde Deutschland anders aussehen, als wir es
von der Karte her kennen. Eine vertraute Nähe mit dem Osten empfindet vor
allem Baden-Württemberg. Hier schätzen 57% das Verhältnis als eher nah ein
und nur 26% als eher fern. Als eng verbunden schätzen auch die nördlichen
Bundesländer im Westen (Hamburg, Bremen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen) das Verhältnis von Ost- und Westdeutschen ein. 45% empfinden das Verhältnis als eher nah und nur
18% als eher fern. Nicht ganz so stark ausgeprägt ist das Gefühl von Nähe
in Bayern, Nordrhein-Westfalen und den übrigen alten Bundesländern. Allerdings nehmen auch hier durchweg mehr Menschen
eine gewisse Nähe wahr als ein distanziertes Verhältnis. In den neuen Bundesländern wird das Gefühl der Nähe
durchweg nur sehr eingeschränkt geteilt. Anders als in den westlichen Bundesländern
empfindet hier nur etwa jeder Dritte eine besondere Nähe. Nicht anders ist
das Bild in Berlin. © Copyright
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